Baby Abendbrei

Der ultimative Guide zum Milch-Getreide-Brei

 

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Abendbrei Baby

Geht es nach dem klassischen Beikostfahrplan steht nach der Einführung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei der Abendbrei an zweiter Stelle. Aber ist diese Reihenfolge tatsächlich nötig, was ist der Baby Abendbrei genau und wie stellt man in her? All das und mehr erfährst du in diesem Beitrag.

1. Was ist ein Baby Abendbrei?

Der Abendbrei ist auch unter dem Begriff Milch-Getreide-Brei bekannt. Er wird klassischerweise als zweiter Brei, nach dem Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei, am Abend eingeführt. (1)

Du kannst diesen Brei aber auch bereits ab Beikostreife* anbieten.

 

*Beikostreife: Baby ist sechs Monate alt (Empfehlung WHO) bzw. zwischen dem fünften und siebten Monat (deutsche Empfehlung) und weist alle drei Beikostreifezeichen auf. (2), (3)

 

Beikostreifezeichen (14)

  1. Dein Baby kann seinen Kopf selbstständig halten und (mit Unterstützung) sitzen
  2. Es kann Dinge sehen, greifen und zum Mund führen (Augen-Hand-Mund-Koordination)
  3. Wenn du deinem Kind Essen gibst, schiebt es dieses nicht automatisch mit der Zunge sofort wieder hinaus und ist in der Lage es zu schlucken (Zungenstoßreflex)

2. Woraus besteht der Milch-Getreide-Brei?

Wie der Name schon verrät besteht der Milch-Getreide-Brei im Grundrezept aus Vollmilch und Getreide, zusätzlich gibt man noch eine kleine Menge Obst hinzu.

Zutat 1: Milch

  • Klassisch wird der Baby Abendbrei mit Vollmilch von der Kuh angerührt. Hierbei sollte es sich um pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Milch mit einem Fettgehalt von mind. 3,5% handeln. Achte darauf eine maximale Tagesmenge von 200 ml Kuhmilch nicht zu überschreiten. Die Kuhmilch sollte schrittweise, in kleinen Mengen, eingeführt werden. Anstatt gleich mit der vollen Menge Kuhmilch zu starten, kann z.B. zunächst ein “Halb-Milch-Brei” angerührt werden, der aus 100 ml Wasser, 100 ml Vollmilch und einem Teelöffel Öl besteht.
  • Vor allem anfangs bietet es sich jedoch an den Abendbrei mit Muttermilch oder Pre-Milch herzustellen. Diese bieten die beste Nährstoffzusammensetzung für Säuglinge und können auch für die Breiherstellung verwendet werden. Wie das geht zeige ich dir weiter unten 😊
  • Pflanzendrinks wie Kokosmilch, Erbsenmilch, Hafer- oder Reismilch können ebenfalls zur Herstellung von Brei verwendet werden. Da es sich bei diesen Alternativen aber um nährstoffärmere Varianten handelt, ist der Einsatz von Muttermilch und Pre-Milch anfangs zu bevorzugen. Ist die Beikost aber schon etwas weiter fortgeschritten, können auch Pflanzendrinks Schritt für Schritt eingeführt werden. Soja- und Erbsenmilch sind, aufgrund ihrer Zusammensetzung, der Kuhmilch am ähnlichsten. Der Einsatz von Sojamilch unter einem Jahr ist jedoch etwas umstritten. Egal für welche Pflanzenmilch du dich entscheidest, sie sollte möglichst salz- und zuckerfrei und zumindest mit Calcium (120 mg pro 100 ml), gerne auch anderen Nährstoffen, angereichert sein.

  • Natürlich könnte man den Brei theoretisch auch einfach mit Wasser herstellen. Dadurch entsteht aber ein vergleichsweise sehr nährstoffarmer Brei. Er enthält weniger Fett, Vitamine, Mineralstoffe und andere Inhaltsstoffe, die für die Ernährung und Entwicklung deines Kindes unheimlich wichtig sind. Daher ist davon abzuraten den Brei ausschließlich mit Wasser herzustellen. Wähle stattdessen besser eine der oben genannten Möglichkeiten.

 

Meinen ausführlichen Blogbeitrag über Kuhmilch, ihren Einsatz in der Beikost und was beim Ersatz durch Pflanzendrinks zu beachten ist, findest du hier.

Zutat 2: Getreide

Ja, auch Babys dürfen Getreide essen, auch glutenhaltiges. Und dies bereits ab Beikostbeginn. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt Babys die ersten sechs Monate ihres Lebens voll zu stillen, anschließend sollte mit der Beikost gestartet werden. (2) Deutsche Fachgesellschaften empfehlen einen Beikoststart zwischen Beginn des fünften und Beginn des siebten Lebensmonats. Sofern die Beikostreifezeichen erfüllt sind. 

In diesem Zeitraum ist auch eine Einführung von (glutenhaltigem) Getreide möglich. (3) Im Bezug auf die Allergie– und Zöliakieprävention ist dies sogar ratsam. (4), (5) Am besten sollte diese Einführung in kleinen Mengen, schrittweise und in Verbindung mit dem Stillen bzw. Muttermilch erfolgen.

 

Eine Möglichkeit dies zu tun, ist der Milch-Getreide-Brei. Diese Getreidesorten kannst du im Baby Abendbrei verwenden:

Glutenhaltig

Hafer* (außer, als glutenfrei gekennzeichneter Hafer)

Weizen

Dinkel

Roggen

Gerste

* Bei Hafer handelt es sich um ein eigentlich glutenfreies Getreide. Bei der Verarbeitung kommt es aber oft mit glutenhaltigem Getreide in Berührung und darf daher nicht als glutenfrei bezeichnet werden.

Glutenfrei

Hirse

Reis

Mais

Flocken, Schmelzflocken, Instantflocken – was ist was?

Eine weitere Möglichkeit die verschiedenen Produkte für den Baby Abendbrei zu unterscheiden ist der Mahlgrad. Die geläufigsten sind:

  • Kernige oder feine Flocken

Bei Flocken (z.B. Haferflocken, Dinkelflocken) handelt es sich um gepresste Getreidekörner. Das Korn wird wärmebehandelt, gequetscht und anschließend, zur Haltbarmachung, nochmal mit Wärme behandelt. Viele Getreideflocken werden in verschiedenen Stärken angeboten, fein und kernig. Bei kernigen Flocken wird das ganze Korn verarbeitet, für feine Flocken wird das Korn vorher klein geschnitten und dann weiterverarbeitet. (6)

  • Schmelzflocken

Im Gegensatz zu normalen Flocken wird bei der Herstellung von Schmelzflocken nicht das ganze Korn, sondern daraus entstandenes Mehl gewalzt. Dadurch entstehen sehr feine Flocken, die sich in Flüssigkeit zu einem glatten, homogenen Brei lösen. Schmelzflocken müssen häufig, nach dem Einrühren in Flüssigkeit, noch einmal kurz aufgekocht werden. (7)

  • Instantgetreide

Um Instantgetreide herzustellen werden die Getreidekörner zu einem feinen Mehl verarbeitet. Im Handel läuft Instantgetreide auch oft unter dem Namen Getreidebrei (z.B. Dinkel Getreidebrei oder Hafer Getreidebrei). Im Gegensatz zu Schmelzflocken wird das Mehl anschließend nicht gewalzt, es bleibt also ein feines Pulver. Ein Vorteil gegenüber den anderen bisher genannten Arten ist, dass Instantgetreide nicht zwingend aufgekocht werden muss. Man kann es auch in einer warmen Flüssigkeit lösen. Es eignet sich dadurch am besten um Milch-Getreide-Brei aus Muttermilch oder Pre-Milch damit anzurühren.

  • Grieß

Grieß entsteht ähnlich wie Mehl. Statt um ein feines Pulver handelt, es sich hierbei aber um etwas gröbere Stücke des Getreidekorns. Für Brei und andere weiche Speisen greife am besten zu Weichweizengrieß oder andere Grießsorten, die für die Herstellung von Brei geeignet sind (z.B. Dinkelgrieß, Maisgrieß für Polenta). (8)

 

Alle aufgeführten Getreidearten und Mahlgrade sind für den Baby Abendbrei geeignet. Je nach verwendetem Produkt unterscheidet sich aber das Ergebnis

 

Mit Schmelzflocken und Instantgetreide erhält man einen sehr feinen Brei. Feine oder kernige Haferflocken ergeben einen Milch-Getreide-Brei mit mehr Struktur sind aber billiger als spezielle Babybreie.

 

Probiere also einfach aus was deinem Baby am besten schmeckt. Eine große Auswahl an verschiedenen Lebensmitteln und Konsistenzen ist auch für die frühkindliche Geschmacksentwicklung sehr wichtig. 

 

Sowohl bei der Wahl des Getreides, als auch des Mahlgrades darf sich gerne abgewechselt werden. Setze aber so oft wie möglich auf Vollkorngetreide.

 

Wichtig: 

Sogenannter Frischkornbrei, der aus rohem und unverarbeitetem Getreide besteht, ist für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet. Brei sollte ausschließlich mit Flocken, Grieß oder Instantgetreide hergestellt werden. (12)

➡️ Weitere ungeeignete Lebensmittel für Babys und Kleinkinder findest du hier.

Zutat 3: Frucht

Die letzte Zutat des Milch-Getreide-Breis ist eine Fruchtkomponente. Sie sorgt für zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem unterstützt sie, durch das enthaltene Vitamin C, die Aufnahme des Eisens aus dem Vollkorngetreide. 

Auch hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl:

  • Fruchtsaft

Entscheide dich hier für 100% Fruchtsaft, entweder aus Konzentrat oder als Direktsaft. Fruchtnektare oder Fruchtsaftgetränke enthalten hingegen weniger Frucht und unnötige Zusätze wie Zucker und Aromen. Auf diese sollte in der Babyernährung verzichtet werden. (9) Anfangs bietet es sich an auf milde Sorte zu setzen. Wenn dein Kind gut auf die Beikost reagiert, kannst du dich aber z.B. auch an Orangensaft wagen. Führe ihn in kleinen Schritten ein und beobachte die Reaktion deines Babys genau. Sollte dein Kind mit geröteten Wangen oder einem wunden Po reagieren, dann wechsle wieder zu mildem Saft bis alles abgeklungen ist.

  • Fruchtmark

Auch hier gilt: Nur Obst, sonst nichts! Im Vergleich zu Fruchtmus besteht Fruchtmark nur aus Frucht. Früher nur in Bioläden zu finden, gibt es Fruchtmark mittlerweile in vielen Supermärkten und Drogerien. Apfelmark ist dabei am beliebtesten. Biete deinem Kind aber gerne auch mal andere Sorten an. 

Kleiner Tipp: In den Fruchtmarkgläsern steckt meistens das Gleiche wie in den speziellen Babygläsern. Die großen Fruchtmarkgläser sind dabei aber viel billiger. Wenn dir die Menge zu viel ist, um sie schnell zu verbrauchen, kannst du den Rest einfach einfrieren. Am besten in Eiswürfelbehälter, dann kannst du dir das Mark, nach Bedarf, portionsweise auftauen.

➡️ Apfelmark kann man übrigens auch total einfach selbst machen. Du willst wissen wie? Klick!

  • Frisches Obst

Natürlich kannst du auch einfach frisches Obst in den Baby Abendbrei geben. Je nachdem welches Obst du verwendest empfiehlt es sich das Obst entweder mit der Gabel zu zerdrücken oder zu reiben, bevor du es in den Brei gibst. 

 

Wenn du deinem Baby nicht nur Brei, sondern auch etwas Fingerfood anbieten möchtest, kannst du das Obst auch einfach als Nachspeise, im Ganzen, anbieten. Wie das geht? 

 

  1. Das Obst sollte so weich sein, dass du es problemlos zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken kannst. Einige Obstsorten z.B. Banane kannst du also einfach so geben. Andere wie Äpfel oder Birnen musst du vorher garen (dünsten, dämpfen oder backen) bis sie weich genug sind.                                                 
  2. Die Stücke sollten etwa so lang und breit wie dein Finger sein. Da Babys anfangs Dinge mit der ganzen Faust greifen, erleichtert es ihnen das Essen, wenn die Stücke möglichst groß sind.                                                                                                                    
  3. Gib das weiche Obst anschließend nicht zum Brei. Füttere zuerst langsam den Brei (oder noch besser: lass dein Baby sich selbst füttern) und gib ihm anschließend das Obst zum Entdecken.
Milch Getreide Brei

3. Milch-Getreide-Brei – so stellst du ihn her

Grundrezept für den Milch-Getreide-Brei

 

Du brauchst: 

200 ml Vollmilch

20 g Getreideflocken oder Grieß

2 EL Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerdrücktes / geriebenes Obst

 

Zubereitung:

  1. Getreideflocken in kalte bzw. Grieß in heiße Milch einrühren
  2. Aufkochen und ca. 3  Minuten unter gelegentlichem Rühren weiter kochen oder quellen lassen
  3. Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerkleinertes Obst dazugeben
  4. Eventuell abkühlen lassen
  5. Fertig!

 

Beachte: 

Es handelt sich hier um das offizielle Grundrezept für eine Portion Vollmilch-Getreide-Brei (10).

 

Das bedeutet aber nicht, dass dein Kind diese Portion aufessen muss! 

 

Dein Kind entscheidet wie viel es davon essen möchte. Wenn es anzeigt, dass es keinen Hunger mehr hat, dann akzeptiere und respektiere dies. Einige dieser Zeichen sind z.B. Wegdrehen des Kopfes, Verschließen des Mundes oder Wegdrücken des Löffels. Die natürlichen Hunger- und Sättigungszeichen eines Kindes zu respektieren, ist auch für das spätere Leben sehr wichtig. Ein Übergehen dieser kann den Grundstein für ein gestörtes Essverhalten und Übergewicht im Jugend- und Erwachsenenalter legen.

Biete den Brei gerne noch ein paar Mal zwanglos an, wird er trotzdem abgelehnt, kannst du das Essen beenden. Ablenkungen oder Tricks wie “Hier kommt das Flugzeug” solltest du vermeiden. (11)

 

Denk immer daran, es handelt sich hier um BEIkost. So wichtig die Einführung von Beikost ab einem bestimmten Alter auch ist:

Muttermilch bzw. Pre-Milch sind im gesamten ersten Lebensjahr noch die Hauptenergiequelle deines Kindes. Es ist also völlig normal, wenn Babys nicht mehr als 100 g Brei pro Sitzung zu sich nehmen

4. Muttermilch, Pre-Milch, Pflanzendrink – Alternativen für Kuhmilch im Abendbrei

Eins vorweg: Auf Kuhmilch muss unter einem Jahr nicht verzichtet werden. Wenn du sie einsetzten willst, kannst du das tun. Wenn nicht, dann nicht.

Einen ausführlichen Beitrag zu dem Thema findest du hier.

 

Wenn du aber darauf verzichten willst bzw. nicht sofort damit starten möchtest, kannst du den Milch-Getreide-Brei auch so herstellen:

 

Milch-Getreide-Brei mit Muttermilch

Muttermilch darf nicht erhitzt werden. Sie sollte max. 37° – 40° C warm sein. Da normale Flocken und Schmelzflocken aber aufgekocht werden müssen, um einen Brei zu bilden, eignen sie sich hierfür nicht. Du kannst den Abendbrei mit Muttermilch stattdessen aber mit Instantgetreide herstellen, da dieses nicht extra aufgekocht werden muss. So geht’s:

 

Du brauchst:

200 ml Muttermilch

20 g Instantgetreide

2 EL Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerdrücktes / geriebenes Obst

 

Zubereitung:

  1. Nutze entweder frische, abgepumpte Muttermilch oder erhitze gekühlte/ tiefgekühlte Milch auf Körpertemperatur (ca. 37° C)
  2. Füge das Getreide zur Muttermilch hinzu und rühre bis der Brei die gewünschte Konsistenz hat. Falls nötig kann auch etwas mehr Getreide verwendet werden
  3. Gib anschließend noch das Obst hinzu

 

Beachte:

Muttermilch enthält Enzyme, die dafür sorgen, dass bestimmte Nahrungsbestandteile zersetzt werden. Sobald die anderen Zutaten des Breis mit der Muttermilch in Berührung kommen beginnt diese Zersetzung quasi sofort. Das sorgt dafür, dass Baby Abendbrei, der mit Muttermilch hergestellt wird, sehr schnell sehr flüssig wird. Mach also nur eine kleine Menge (anfangs reicht auch nur das halbe Rezept) und verfüttere den Brei so schnell wie möglich.

 

Milch-Getreide-Brei mit Pre-Milch

Du kannst den Brei aber natürlich auch mit Säuglingsnahrung machen. Für das gesamte erste Lebensjahr und darüber hinaus sollte hier Anfangsnahrung, also “PRE”- oder “1er”-Milch verwendet werden. Ähnlich wie Muttermilch darf auch Säuglingsanfangsnahrung nicht zu stark erhitzt werden. Max. 40° bis 50° C dürfen es sein. Hier bietet sich also ebenfalls eine Zubereitung mit Instantgetreide an. So stellst du Milch-Getreide-Brei mit Pre-Milch her:

 

Du brauchst:

200 ml Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Milch oder 1er-Milch)

20 g Instantgetreide

2 EL Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerdrücktes / geriebenes Obst

 

Zubereitung:

  1. Stelle 200 ml der Milch nach Packungsanleitung her 
  2. Füge das Getreide zur Pre-Milch hinzu und rühre bis der Brei die gewünschte Konsistenz hat
  3. Gib anschließend noch das Obst hinzu
  4. Lass den Brei auf 37° C abkühlen

 

Milch-Getreide-Brei als Halb-Milch-Brei

Möchtest du nicht sofort mit 200 ml Kuhmilch starten, kannst du den Brei auch mit einer 50:50 Mischung aus Wasser und Milch herstellen. Da hier nur die Hälfte der Vollmilch verwendet wird, ist eine Zugabe von Öl nötig um eine ausreichende Fettversorgung zu garantieren.

 

Du brauchst:

100 ml Wasser

100 ml Vollmilch

20 g Getreideflocken oder Grieß

2 EL Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerdrücktes / geriebenes Obst

1 TL Öl (Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Vorsicht: Leinöl und Olivenöl sind ziemlich geschmacksintensiv)

 

Zubereitung:

  1. Mische Vollmilch und Wasser und gib die Mischung in einen Topf
  2. Rühre Getreideflocken in die kalte bzw. Grieß in die heiße Milch-Wasser-Mischung ein
  3. Lass das Ganze aufkochen und köchle es für ca. 3 Minuten auf kleiner Flamme weiter bzw. lass es quellen
  4. Gib Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerkleinertes Obst dazu
  5. Wenn der Brei etwas abgekühlt ist, gib anschließend noch das Öl hinein
  6. Lass alles auf ca. 37° C abkühlen
  7. Fertig!
Abendbrei ohne Milch

Milch-Getreide-Brei mit Pflanzendrink

Wenn keine Kuhmilch verwendet werden möchte, empfiehlt es sich den Milch-Getreide-Brei zunächst mit Pre-Milch oder Muttermilch herzustellen. Dies kannst du auch über die gesamte Beikostzeit so beibehalten. Möchtest du aber etwas Abwechslung in die Beikost bringen, kann nach und nach auch verschiedene Pflanzenmilch angeboten werden. (13)

 

Da Pflanzenmilch nährstoffärmer ist, als Vollmilch sind hier einige Punkte, die zu beachten sind:

 

  • Entscheide dich für ein Produkt, dass zumindest mit Calcium (120 mg / 100 ml), gerne auch anderen Mikronährstoffen angereichert ist
  • Sojamilch und Erbsenmilch sind aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung der Kuhmilch am ähnlichsten. Jedoch ist der Einsatz von Sojamilch unter einem Jahr nicht unumstritten
  • Der Pflanzendrink sollte möglichst ohne zugesetztes Salz und Zucker auskommen
  • Auch hier sollte die maximale Verzehrmenge bei etwa 200 ml / Tag liegen 
  • Es bietet sich an zwischen den verschiedenen Milchsorten abzuwechseln
  • Aufgrund des niedrigen Fettgehalts, im Vergleich zu Vollmilch, sollte auch diesem Brei etwas Öl, noch besser Nussmus oder Saatenmus zugefügt, werden
  • Für eine langsame Einführung kann hier ebenfalls  zunächst mit einem Halb-Milch-Brei gestartet werden (50:50 Pflanzenmilch und Wasser)

 

Ein Rezept für Vollmilch-Getreide-Brei mit Pflanzendrink kann also so aussehen:

 

Du brauchst:

200 ml Pflanzendrink 

20 g Getreideflocken oder Grieß

2 EL Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerdrücktes / geriebenes Obst

1 TL Öl, Nussmus oder Saatenmus

 

Zubereitung

  1. Rühre Getreideflocken in die kalte bzw. Grieß in die heiße Pflanzenmilch ein
  2. Lass das Ganze aufkochen und köchle es für ca. 3 Minuten auf kleiner Flamme weiter bzw. lass es quellen
  3. Gib Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerkleinertes Obst dazu
  4. Wenn der Brei etwas abgekühlt ist, gib anschließend noch das Öl oder Nussmus hinein
  5. Lass alles auf ca. 37° C abkühlen
  6. Fertig!

 

Beachte:

Es handelt sich hier nur um Grundrezepte. Die genaue Zubereitung kann sich je nach gekauftem Produkt etwas unterscheiden. Für genaue Angaben, ließ dir gerne die Packungsangaben durch. 

5. Muss ich den Vollmilch-Getreide-Brei unbedingt abends geben?

Nein, der Abendbrei muss nicht unbedingt abends gegeben werden. 

 

Der Vollmilch-Getreide-Brei wird, laut Breifahrplan, gerne am Abend gegeben. Die darin enthaltene Milch und das Getreide sollen Babys gut sättigen und dadurch dafür sorgen, dass sie besser durchschlafen. Das klappt vielleicht bei einigen, bei vielen jedoch nicht. Das sollte auch nicht das Ziel sein.

 

Möchtest du den Brei also lieber als Frühstück oder mal als Mittagessen geben, ist das auch völlig in Ordnung.

6. Kann ich den Baby Abendbrei auch vorkochen und einfrieren?

Egal mit welcher Milch zubereitet, solltest du Milchbrei nicht auf Vorrat kochen und einfrieren. 

Warme Milch, in Verbindung mit der kurzen Kochzeit, ist ein perfekter Nährboden für Keime. Sie können sich darin unter Umständen schnell vermehren. Für ältere Kinder und Erwachsene mag das vielleicht kaum ein Problem sein. Da das Immunsystem von Säuglingen aber noch nicht vollständig ausgereift ist, lohnt es sich hier auf Nummer sicher zu gehen.

Da die Herstellung eines frischen Milch-Getreide-Breis aber nur etwa 5 bis 10 Minuten dauert, ist das doch zu verkraften, glaube ich. Mittagsbrei, also Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei, darf aber gerne vorgekocht und eingefroren werden.

7. Muss ich den Milchbrei wirklich selbst kochen?

Babybrei selbst machen hat viele Vorteile: Er ist billiger, Portionen und Zutaten können individuell bestimmt werden und bietet eine größere Geschmacksvariation.

 

Aber es ist natürlich auch aufwendiger als Gläschen, Milchbreipulver und Co. Falls du also doch mal auf gekaufte Produkte zurückgreifen möchtest, sind hier ein paar Punkte, auf die du achten kannst:

 

  • Die Zutaten sollten möglichst nah an dem Grundrezept für selbstgemachten Milch-Getreide-Brei sein

  • Weniger ist mehr: eine lange Zutatenliste ist nicht nötig

  • Auf Zusätze wie (natürliche) Aromen, Salz und Zucker sollte verzichtet werden (Vorsicht: statt mit Haushaltszucker werden Kinderlebensmittel gerne mit Maltodextrin, Fruchtsüße, Fruchtkonzentrat, Dextrose, Fruktose usw. gesüßt. Hierbei handelt es sich auch um zugesetzten Zucker)

  • Wenn der Brei aus Magermilchpulver oder entrahmter Milch besteht und kein zusätzliches Fett enthält, kannst du noch einen TL Öl zugeben (zum Vergleich: 200g selbstgekochter Brei enthalten ca. 7g Fett aus der Vollmilch plus etwas Fett aus dem gewählten Getreide. Etwa in diesem Bereich sollte sich auch der fertige Brei bewegen)

Schon erwärmter Brei darf nicht noch einmal erwärmt werden. Wenn dein Kind also kein ganzes Gläschen isst, entnimm so viel du brauchst mit einem sauberen Löffel, erwärme dies und stelle das angebrochene Glas in den Kühlschrank (max. 2 bis 3 Tage haltbar, Packungsangaben beachten)

Hat dir der Beitrag geholfen? Ich freue mich über Feedback hier in den Kommentaren oder folge mir gerne auf Instagram 🙂

Disclaimer: Dieser Post ersetzt keine medizinische Untersuchung und Beratung durch einen Kinderarzt / eine Kinderärztin oder einer Ernährungsfachkraft vor Ort. Er dient ausschließlich der allgemeinen Information.

Abendbrei ab wann

Milch-Getreide-Brei

Gabrielle
Der Abendbrei ist auch unter dem Begriff Milch-Getreide-Brei bekannt. Er wird klassischerweise als zweiter Brei, nach dem Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei, am Abend eingeführt.
5 von 1 Bewertung
Vorbereitungszeit 5 Min.
Zubereitungszeit 10 Min.
Gericht ab Beikoststart, Babybrei
Land & Region Deutschland
Portionen 1 Portion

Zutaten
  

  • 200 ml Vollmilch
  • 20 g Getreideflocken oder Grieß
  • 2 EL Fruchtsaft oder zerdrücktes/geriebenes Obst

Anleitungen
 

  • Getreideflocken in kalte bzw. Grieß in heiße Milch einrühren
    20 g Getreideflocken, 200 ml Vollmilch
  • Aufkochen und ca. 3  Minuten unter gelegentlichem Rühren weiter kochen oder quellen lassen
  • Fruchtsaft, Fruchtmark oder zerkleinertes Obst dazugeben
    2 EL Fruchtsaft
  • Eventuell abkühlen lassen

Notizen

Es handelt sich hier um das offizielle Grundrezept für eine Portion Vollmilch-Getreide-Brei.
Wie du das Rezept abwandeln und mit Muttermilch, Pre-Milch oder Pflanzendrinks herstellen kannst und was noch alles beim Abendbrei zu beachten ist, erfährst du im Blogpost! 
 
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Quellen

(1) Netzwerk Gesund ins Leben – Milch-Getreide-Brei: Rezept und Zubereitung

(2) World Health Organization (2021) – Infant and young child feeding

(3) Netzwerk Gesund ins Leben (2016) – Ist es besser, Beikost bereits mit Beginn des 5. Lebensmonats einzuführen?

(4) Kopp MV, Muche-Borowski C, Abou-Dakn M, Ahrens B, Beyer K, Blümchen K, Bubel P, Chaker A, Cremer M, Ensenauer R, Gerstlauer M, Gieler U, Hübner IM, Horak F, Klimek L, Koletzko BV, Koletzko S, Lau S, Lob-Corzilius T, Nemat K, Peters EMJ, Pizzulli A, Reese I, Rolinck-Werninghaus C, Rouw E, Schaub B, Schmidt S, Steiß JO, Striegel AK, Szépfalusi Z, Schlembach D, Spindler T, Taube C, Trendelenburg V, Treudler R, Umpfenbach U, Vogelberg C, Wagenmann M, Weißenborn A, Werfel T, Worm M, Sitter H, Hamelmann E. S3 guideline Allergy Prevention. Allergol Select. 2022 Mar 4;6:61-97. doi: 10.5414/ALX02303E. PMID: 35274076; PMCID: PMC8905073.

(5) Kinder- und Jugendärzte im Netz (2020) – Studie: Frühzeitige Einführung von Gluten kann Zöliakie bei Kindern möglicherweise verhindern

(6) Lebensmittellexikon – Getreideflocken, Flocken

(7) Wikipedia (2022) – Haferflocken

(8) Wikipedia (2022) – Grieß

(9) Bundeszentrum für Ernährung (2018) – Fruchtsäfte: Vitaminreiche Getränke

(10) Netzwerk Gesund ins Leben – Milch-Getreide-Brei: Rezept und Zubereitung

(11) kindergesundheit-info.de – Bundeszentrum für gesundheitliche Aufklärung (2019) – Hunger und Sättigung – so können Sie Signale richtig deuten

(12) kindergesundheit-info.de – Bundeszentrum für gesundheitliche Aufklärung (2019) – Empfehlungen zur Säuglingsernährung

(13) Ute Alexy, Stine Weder, Markus Keller. Vegetarische und vegane Ernährung im Kindesalter. Ernährungs Umschau – Sonderheft 5: Vegan, 2020

(14) Unicef United Kingdom (2015) – Booklet: Introducing Solid Foods

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